1.   ALZHEIMER-DEMENZ:

 

  • Häufigkeit:  die am häufigsten auftretende Form aller Demenzarten!
  • Ursache:   verschiedene Hypothesen werden diskutiert, u.a. Ablagerungen (Plaques) im Gehirn, eine gesicherte      Diagnose ist erst nach dem Tod feststellbar.

 

  • Symptome:  Die Symptome der Alzheimer-Demenz sind vielfältig. Jedes einzelne kann auch bei anderen Formen der Demenz auftreten und keines ist so charakteristisch, dass es für sich allein die Diagnose Alzheimer erlauben würde. Häufig ergibt sich aber ein typisches Symptommuster, das den Arzt bereits vor den weiter gehenden Untersuchungen auf die Alzheimer-Krankheit hinweist.

 

  • Typische Symptome können sein:

 

—  Einschränkung der Merkfähigkeit: Sie tritt bei nahezu allen Patienten auf und ist oft das erste Symptom, das den Erkrankten und ihren Angehörigen auffällt. Ereignisse des Vortags werden nicht mehr erinnert.  In Gesprächen verlieren sie leicht den Faden, und auf dem Weg zum Einkauf vergessen sie mitunter vollständig, warum sie aus dem Haus gegangen sind. Es handelt sich dabei nicht um Zerstreutheit, bei diesen Menschen  kehrt die Erinnerung selbst bei bester Konzentration nicht zurück.

 

—  Störung der räumlichen Orientierung: Alzheimer-Patienten haben manchmal selbst in vertrauter Umgebung Mühe, sich zurechtzufinden. Zum Beispiel finden sie aus dem Keller nicht in ihre Wohnung zurück.

 

—  Störungen des Zeiterlebens: Wochentage, der aktuelle Monat oder auch das Kalenderjahr bringen Alzheimer-Kranke durcheinander. Mitunter verliert sich bei ihnen die zeitliche Ordnung von Ereignissen. Sie sehen sich selbst wieder als 30-Jährige oder halten die eigenen Kinder plötzlich für ihre Geschwister.

 

—  Einschränkung praktischer Fertigkeiten:  Alltagstätigkeiten bereiten zunehmend Probleme oder können gar nicht mehr ausgeführt werden. Erkrankte sind z. B. nicht mehr in der Lage, ihre Jacke richtig zuzuknöpfen, und komplexe Handlungen wie das Kochen einer Mahlzeit werden unmöglich.

 

—  Störungen der Sprache: Ein häufiges Symptom ist die Vereinfachung der Sprache. Der Wortschatz nimmt ab, oft müssen die Erkrankten lange nach Begriffen suchen oder sie greifen zu Umschreibungen (z. B. „das für die Haare“ statt „Kamm“). Die Sätze werden kürzer und einfacher. Ebenso ist das Sprachverständnis betroffen. Die Bedeutung längerer oder komplexerer Sätze kann von Alzheimer-Patienten oft nicht mehr entschlüsselt werden.

 

—  Einschränkung räumlich-konstruktiver Fähigkeiten: Alzheimer-Patienten entwickeln oft Schwierigkeiten, räumliche Objekte zu erfassen. Zum Beispiel fällt es ihnen schwer, ein Haus oder ein Fahrrad zu zeichnen.

 

—  Störung des inneren Antriebs: Viele Erkrankte neigen dazu, sich zurückzuziehen und Herausforderungen zu meiden. Sie beschäftigen sich z. B. nicht mehr mit ihren Hobbys und vernachlässigen sich selbst ebenso wie die Beziehungen zu anderen Menschen.

 

—  Schwankende Gefühlslage: Die Stimmung von Alzheimer-Patienten schlägt manchmal unvermittelt um, ohne das dafür ein Grund ersichtlich wäre. Dabei sind alle Stimmungslagen zwischen gehoben-glücklich und traurig-depressiv möglich. Besonders belastend für Angehörige ist es, wenn die Patienten ohne angemessenen Anlass aggressiv werden. Auch Angstzustände und misstrauisches Verhalten können auftreten.

 

Normale Altersvergesslichkeit:

Nicht jede Vergesslichkeit im Alter weist auf eine Krankheit hin. Über die Abgrenzung von anderen Demenzen hinaus erlaubt die sorgfältige Analyse der Symptome meist auch, zwischen Alzheimer und normaler Altersvergesslichkeit zu unterscheiden.
Alzheimer verläuft gegenüber der gutartigen Altersvergesslichkeit merklich rascher. Veränderungen der Fähigkeiten des Erkrankten sind bei Alzheimer binnen eines Jahres deutlich zu beobachten, während die Altersvergesslichkeit kaum merklich zunimmt. Darüber hinaus ist bei der Altersvergesslichkeit ausschließlich das Gedächtnis betroffen. Praktische Fähigkeiten, das Sprachvermögen und andere Gehirnfunktionen leiden nicht. Während ein Alzheimer-Patient oft den roten Faden eines Gespräches verliert, bleibt ein altersvergesslicher Mensch beim Thema, selbst wenn er weitschweifig ausholt, bis er seine Gedanken auf den Punkt bringen kann. Die Alltagskompetenz ist bei Altersvergesslichkeit in aller Regel erhalten, auch wenn vielleicht vermehrt Zerstreutheiten vorkommen mögen.

 

 

         2.   VASKULÄRE DEMENZ:

 

  • Häufigkeit:   Nach Alzheimer sind vaskuläre Demenzen die zweithäufigste Form der Demenz.
  • Ursache:   Gefäßveränderungen im Gehirn, die zu Durchblutungsstörungen führen (viele kleine, zum Teil unbemerkte Schlaganfälle)
  • Symptome:   Nachdem eine vaskuläre Demenz sämtliche Funktionen des Gehirns betreffen kann, äußert sie sich in unterschiedlichen Symptomen. Das Sprachzentrum kann ebenso betroffen sein wie das Lang- bzw. Kurzzeitgedächtnis oder der Orientierungssinn.
  • Verlauf:   Typisch ist ein plötzliches Auftreten der Symptome in Form eines Schlaganfalls. Die Stärke der Symptome ist nicht konstant, sondern schwankt von Tag zu Tag. Anders als die Alzheimer-Demenz schreitet die Erkrankung nicht kontinuierlich fort, sondern entwickelt sich in Sprüngen, die von langen Phasen der Stabilität unterbrochen sein können. Die Betroffenen leiden zudem häufig an Epilepsie oder Depressionen.
  •    Risikofaktoren: 

o   Deutlich erhöhte Blutfette (Cholesterin)

o   Rauchen

o   Zuckerkrankheit (Diabetes)

o   Bluthochdruck

o   Bewegungsmangel

  • Häufig:   Mischform (Alzheimer + vaskulär)

 

 

         3.   FRONTOTEMPORALE DEMENZ  (= Morbus Pick):

 

  •  Definition:  Bei der Frontotemporalen Demenz (Morbus Pick-Krankheit) konzentriert sich die Schädigung des Gehirns auf stirn- und schläfennahe Bereiche. Die Erkrankung beginnt meist vor dem 65. und nur selten nach dem 75. Lebensjahr.
  •  Ursache:   Wird derzeit intensiv beforscht. Es werden genetische Mutationen bestimmter Gene vermutet, Nervenzellen im Stirn- und Schläfenbereich des Gehirns sterben ab.
  •  Symptome:   Aufgrund der Funktionen der betroffenen Hirnregionen kommt es bei der Pick-Krankheit besonders oft zu Verhaltensauffälligkeiten, unter denen die Sozialkontakte der Erkrankten leiden. Dazu gehören:

 —  - Antriebslosigkeit,

 —  - Inflexibilität,

 —  - Enthemmung,

 —  - unangepasstes Verhalten,

 —  - der Zwang, Gegenstände zu manipulieren und Tätigkeiten zu wiederholen,
                  - häufig sind auch Störungen der Sprache und des Sprachverstehens.

 

        4.   PARKINSONDEMENZ:

 

  • Definition:   Die Parkinson-Krankheit betrifft in erster Linie die Motorik. Doch kommt es bei bis zu 40% aller Erkrankten auch zu Einschränkungen der geistigen Leistungsfähigkeiten. Die Häufigkeit der Demenz steigt mit der Dauer der Parkinson-Erkrankung und dem Alter der Patienten.
  • Ursache:   Die Parkinson-Krankheit wird durch einen Mangel an Dopamin ausgelöst, einem Botenstoff im Gehirn, der von zentraler Bedeutung für die ordnungsgemäße Steuerung von Bewegungsabläufen ist.
  • Symptome:
    • eingeschränkte Aufmerksamkeit
    • Schwierigkeiten bei der Planung von Aufgaben und beim Lösen von Problemen
    • Beeinträchtigungen des räumlichen Sehens
    • Interessenverlust (Lustlosigkeit)
    • unflexibles Denken („Dickköpfigkeit“)

 

 

       5.    ANDERE DEMENZARTEN:

 

  • LEWY BODY DEMENZ:
  • Ursache:   Ablagerungen kleiner Eiweißkörperchen (Lewy Bodys).
  • Symptome:   kleinschrittiger Gang, verlangsamte Bewegungsabläufe, Tremor, optische Halluzinationen, stark schwankende Gedächtnisleistungen, Aufmerksamkeit, Denkvermögen.

 

  • ALKOHOLDEMENZ (= Korsakow- Syndrom):
  • Tritt bei ca. 5% aller chronisch alkoholkranken Menschen auf.
  • Ursache:   Durch chronischen Alkoholmissbrauch dauerhafte Schädigungen des Gehirns.
  • Symptome:   Gedächtnisstörungen, Desorientierung (räumlich und zeitlich), eingeschränkte Planungsfähigkeit, beeinträchtigtes Urteilsvermögen, gravierende Persönlichkeitsveränderungen, Enthemmung.