DIAGNOSTIK UND THERAPIE:

 

Um eine gesicherte Diagnose und Informationen über die besten Therapiemöglichkeiten zu erhalten, ist es für Betroffene und Angehörige ratsam, frühzeitig (bei ersten Verdachtsymptomen) den Hausarzt und in weiterer Folge einen Facharzt für Psychiatrie aufzusuchen.                                                                                                                                        

Dieser wird nach einem ersten ausführlichen Gespräch, verschiedenste Untersuchungen machen, um eine möglichst genaue Diagnose stellen zu können.                                                                        

Anschließend wird er gemeinsam mit Ihnen alle möglichen Behandlungsstrategien durchbesprechen und Ihnen die wirksamsten nicht-medikamentösen und medikamentösen Behandlungsformen erklären.

Alle diese fachärztlich-medizinischen Leistungen bietet unser FA Dr. Eduard Dunzinger, für KlientInnen direkt in der Einrichtung „Tandem“ an.

 

  • Nicht- medikamentöse Behandlung:

Die nicht-medikamentöse Therapie wird im Vorfeld zwischen Betroffenen, Angehörigen und Arzt abgestimmt. Ambulante, teilstationäre und stationäre Versorgungseinrichtungen arbeiten im Idealfall intensiv zusammen um eine bestmögliche Unterstützung und Betreuung zu ermöglichen (mobile Pflegedienste, mobile TherapeutInnen, Essen auf Rädern, Akutgeriatrie, Besuchsdienst,…).                           

Förderung und Erhaltung der individuellen Fähigkeiten eines Menschen mit Demenz und Angehörigenberatung sind die wesentlichen Elemente der nichtmedikamentösen Therapie.                                                                            

 

Zahlreiche unterschiedliche Therapiemaßnahmen und Konzepte haben sich bei der Behandlung von Menschen mit Demenz erfolgreich bewährt, viele davon werden im „Tandem“ angeboten:


  • Ergotherapie:   Ziel der ergotherapeutischen Behandlung ist die Entwicklung, Verbesserung oder Erhaltung von Handlungskonzepten bei allen Beschäftigungen, die im Alltag des Klienten wichtig sind.                                       Primäres Ziel der ergotherapeutischen Behandlung von Menschen mit Demenz ist, Betroffene soweit zu unterstützen, um das tägliche Leben besser bewältigen zu können und das restliche Leben lebenswert zu erhalten. Dazu gehört auch den Angehörigen unterstützend zur Seite zu stehen, sie über die Krankheit und den Verlauf zu informieren und sie im Umgang mit dem Betroffenen anzuleiten.  Bei Menschen mit beginnender Demenzerkrankung wird versucht die kognitiven Fähigkeiten möglichst lange zu erhalten, zeitliche, örtliche und personelle Orientierung zu geben oder Langzeitgedächtnis des Betroffenen zu stabilisieren.                                          Im fortgeschrittenen Stadium liegt der Schwerpunkt darin, die Körperwahrnehmung möglichst lange zu erhalten und zu fördern, entstehende Unruhe abzubauen, Ängste und Verhaltensstörungen positiv zu beeinflussen, die Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit anzuregen, sowie ein verändertes Sozialverhalten zu erreichen und die Kommunikation positiv zu beeinflussen.                                                                                                                         
  • Kognitives Training: Als kognitives Training oder kognitive Aktivierung wird ein Training bezeichnet, in dem durch Gedächtnisübungen, Sprachspiele und andere Übungen versucht wird, den Zustand der Erkrankten zu verbessern. Es hat sich gezeigt, dass dieses Training zumindest die Lebenszufriedenheit und das Selbstwertgefühl verbessert.                                                                                                                                 
  • Sturzprophylaxe: Um die Mobilität und Gehfähigkeit möglichst lange erhalten zu können, wird in kleinen Gruppen spielerisch das Gleichgewicht, Koordination, Reaktionsfähigkeit, Ausdauer und Kraft trainiert. Dadurch wird es ermöglicht, sich so lange wie möglich selbständig fortbewegen zu können.
  • Biografiearbeit: Um Menschen mit Demenz möglichst empathisch und verständnisvoll begleiten zu können, ist es notwendig einige Informationen aus ihrer Biografie zu wissen. Dazu gehören wichtige Erlebnisse aus der Kindheit, frühere Interessen und Hobbies, berufliche und private Stationen des Lebens, gewohnte Abläufe des Alltags, uvm.
  • Validation:  Ist im eigentlichen Sinne keine Behandlungsmethode, sondern eine Methode, mit dementen Menschen so umzugehen, dass eine weitgehend stressfreie Atmosphäre zwischen alten Menschen und deren Betreuern besteht.
  • Musikaktivierung: Musik hat bei vielen Menschen einen positiven, stimmungsstabilisierenden und harmonisierenden Effekt. Daher macht es Sinn, mit Menschen mit Demenz zu singen, zu musizieren, zu tanzen – unterschiedlichste Fähigkeiten und Funktionen (z.B. Sprache, Mobilität, Langzeitgedächtnis,…) werden dabei trainiert.
  • Funktionelle Einzeltherapie:  Die Voraussetzung um selbständig Aktivitäten durchführen zu können ist die Erhaltung der größtmöglichen Mobilität.  

                        Dazu gehört das Training fein- und grobmotorischer Fähigkeiten wie zB:

-  Bewegungsumfang des Körpers (zB Finger, Beine etc.) erhalten oder erweitern,

-  Erhaltung der Muskelkraft und deren dosierter Einsatz,

-  visumotorische Koordination von Handlungen.

  • Gartentherapie: Beim Säen, Anbauen und Ernten von Gemüse, Kräutern oder Blumen hat ein Mensch mit Demenz, der möglicherweise auch früher gerne im Garten gearbeitet hat, die Gelegenheit, sich als kompetent und aktiv zu erleben. Produkte und Früchte des Gartens werden im „Tandem“ in der Folge dann weiter verarbeitet z.B. zu Kräutersalz, Marmelade, Säften, uvm.
  • Kreativität: Der Einsatz von kreativen Techniken in einer Therapiegruppe (z.B. Malen mit Pinsel und Farbe, Modellieren an einem Stück Ton, Experimentieren mit Schmierseife und Filz,…) ermöglicht es, Neues auszuprobieren, mit oder ohne dass ein „schönes Endprodukt“ entstehen muss.
  • Angehörigenberatung und -begleitung Pflegende Angehörige brauchen einerseits Entlastung, andererseits Information. Regelmäßiges Beratungsangebot über den Verlauf der Erkrankung, andere Unterstützungsangebote, usw. ist unbedingt notwendig. Im häuslichen Umfeld kann es im weiteren Verlauf der Erkrankung notwendig sein, den Wohnraum an die veränderte Lebenssituation anzupassen, bzw. verschiedene Veränderungen vorzunehmen. Dazu gehören u.a. Beleuchtung der Räume, Erreichbarkeit von Gegenständen, Gefahrenquellen, Notruf- und Kommunikationssysteme, Gestaltung ergonomischer und sicherer Lebensräume (Küche, Bad, Schlafzimmer, …).   Eine entsprechende Versorgung der an Demenz erkrankten Person mit individuellen Hilfsmitteln kompensiert oder unterstützt verloren gegangene bzw. eingeschränkte Funktionen.


  • Medikamentöse Therapie:
    • Zur Behandlung von Alzheimer stehen derzeit beispielsweise mehrere Medikamente  zur Verfügung, die die Symptome der Erkrankung vorübergehend bessern, den Verlauf verzögern und so die Lebensqualität der KlientInnen steigern. Eine Heilung der Krankheit ist jedoch zurzeit nicht möglich.
    • Begleiterkrankungen von Alzheimer, die nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Demenz stehen, erfordern oft ebenfalls eine medikamentöse Behandlung. Vor der Anwendung anderer Arzneimittel sollte jedoch geklärt werden, ob die gleichzeitige Einnahme neben Alzheimer-Medikamenten möglich ist. Eine gegenseitige Störung der Wirkung oder vermehrte Nebenwirkungen können eine Umstellung der Behandlung erforderlich machen.